Blogstöckchen: Fünf Buchvorsätze

Blogstöckchen Buchvorsätze

Gestern kursierte dieses Blogstöckchen im Internet und auch wenn ich keines gefangen habe, fallen mir trotzdem spontan fünf Bücher ein, die schon lesebereit auf dem Nachtisch liegen.

“Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.”

Meine fünf Buchvorsätze:

Jaroslav Rudiš: “Vom Ende des Punks in Helsinki” (Ich habe vor ein paar Wochen schon die ersten fünf Seiten gelesen, für mehr hat mir bisher die Zeit gefehlt)
Der Protagonist des Werkes ist Ole, ein ehemaliger Punk und Frauenheld, der jetzt eine kleine Bar namens “Helsinki” betreibt. Er schwelgt in Erinnerungen und Geschichten aus der Einsamkeit, ist gerne einsam. Als die Stadt saniert und die Bar geschlossen wird, reist Ole in seine Vergangenheit – nach Tschechien. Die Rezension in der Jungle World klingt vielversprechend: “Mit »Vom Ende des Punks in Helsinki« hat der tschechische Schriftsteller, Drehbuchautor und Musiker seinen bisher besten Roman vorgelegt. Und das heißt was, denn auch »Der Himmel unter Berlin« – eine raue Liebeserklärung an Berlin, ans U-Bahn-Fahren und an die dortige Unterwelt – ist ein starkes Buch. Ebenso sein Roman »Die Stille in Prag«, in dem er mit der Gentrifizierung Prags abrechnet.”

DJ Stalingrad: “Exodus” (Liest der Mann gerade – danach schnapp ich es mir)
“Exodus” von Piotr Silaev alias DJ Stalingrad hat bei seinem Erscheinen in Russland für viel Aufsehen gesorgt – in Deutschland wurde es im letzten Jahr extrem gehyped. Das mag sicher auch an der schonungslosen Erzählweise liegen, mit der Silaev den alltäglichen Überlebungskampf in einer korrupten Gesellschaft schildert. Ingo Petz, Fluter: “Im Buch wechseln sich solche derben poetisch-philosophische oder auch gesellschaftlichen Betrachtungen mit den Schilderungen von Schlägereien und Straßenkämpfen ab. Piotr Silaev beschreibt eine zunehmende Gewaltspirale. Der Gegenpart zum Erzähler ist dessen Freund Zhenja, der noch ein wenig Menschlichkeit bewahrt zu haben scheint. Zhenja aber wird im Laufe des Buches ermordet. Das passt zu der Hoffnungslosigkeit, dem Nihilismus dieser düsteren Welt, die der Autor mit einer klaren, poetischen, zuweilen harten und kraftstrotzenden Sprache ausmalt. Eine Sprache, die an die Beat-Literatur der Sechziger erinnert.”

Alissa Ganijewa: “Die russische Mauer” (Wurde im Missy Magazine 01/14 vorgestellt)
Alissa Ganijewa ist eine russische Schriftstellerin, die 17 Jahre in Dagestan lebte. Und von Dagestan, einer am Rande des Kaukasus gelegenen Republik handelt auch ihr Demütroman “Die russische Mauer”. Inhalt: Schamil, ein junger Dagestaner, der sich nach Verlust seines Verwaltungsjobs als Lokalreporter versucht, trifft die Redaktionskollegen in großer Aufregung an. Gerüchte über eine Mauer, die die Russen bauen, um den Kaukasus abzutrennen, machen die Runde. In der Stadt am Kaspischen Meer greift Unruhe um sich, täglich finden Versammlungen statt: Pro-islamische Demonstranten aus Kumykien und Streiter für ein “vereinigtes Lesgistan” debattieren über Grenzfragen, die Atmosphäre ist aufgeheizt. Angst liegt in der Luft.

Selja Ahava: “Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm”
Ich weiß nicht mehr, wie ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Es kann sogar sein, dass es eine “Dieses Buch könnte dir auch gefallen”-Empfehlung war. Egal. Ich glaube, es könnte mir auch gefallen. Warum? a) Weil ich mich nicht erinnern kann, jemals ein Buch von einer finnischen Autorin gelesen zuhaben und b) Finnland das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2014 sein wird. Und so wie ich mir Finnland vorstelle – märchenhaft, weit und wunderschön – scheint auch der Romans zu sein. Und das trotz einem ernsten Thema: Er handelt von einer Frau mit Demenz, die sich an ihr Leben zurückerinnert. Mal was ganz anderes als die anderen Bücher auf meiner Liste.

Saša Stanišić: “Wie der Soldat das Grammofon repariert”
Wieder ein Debütroman, aber das älteste Werk auf meiner Liste. 2006 veröffentlichte Saša Stanišić “Wie der Soldat das Grammofon repariert” – ein semiautobiographischer Roman über den Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien. Er erzählt aus der Kindheitsperspektive von Aleksandar, einem Jungen aus Višegrad. Das Buch landete 2006 auf der Shortlist für den Deutschen Bücherpreis. 2014 wurde Stanišić mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Belletristik für seinen zweiten Roman “Vor dem Fest geehrt”.

Ich habe viel vor mir – und mag das gerne teilen. Deshalb reiche ich das Stöckchen weiter und bin ganz gespannt auf die (hoffentlich bestehenden) Buchvorsätze von Ninia, Kathrin, Mark, Falk, Ulrike, Marvin und Anke.

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3 thoughts on “Blogstöckchen: Fünf Buchvorsätze

  1. Ui, insbesondere “Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm” klingt richtig spannend und könnte auch mein Interesse wecken!

    BTW: Aufgabe erfüllt. (-:

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